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  • Freitag, 19.04.2024 | KUZ Kreuz

Programm » Il Civetto

Il Civetto „Liebe auf Eis“

Infos

Genre Konzert
Tag Freitag
Datum 19.04.2024
Ort KUZ Kreuz
Einlass 19:00 Uhr
Beginn 20:00 Uhr
Vorverkauf 31 €
Abendkasse 35 €
Bestuhlung Stehplätze

Die Berliner Band il Civetto schreibt Lieder, die ihre Hörer*innen ins warme Licht eines südfranzösischen Sonnenuntergangs oder in das milde Gold eines großstädtischen Spätsommerabends versetzen. Mit ihrem Debütalbum „Späti del Sol“ (Mai 2022) erspielte sich die 5- köpfige Berliner Band mit ihrem einzigartigen Sound über die letzten Jahre eine treue Community. Pop-Sound, in dem sich Elemente lateinamerikanischer Musik und Nuancen französischer und portugiesischer Sprache wiederfinden. Bewegende Lyrics, die Sehnsuchtsbilder schaffen und den Zuhörer mit viel Finesse zum Träumen einladen. Il Civettos musikalische Identität ist dabei von der großen Abenteuerfreude und Offenheit einer weitgereisten Band geprägt, für die man in der deutschen Popmusiklandschaft vergebens Referenzpunkte sucht. Auf ihren großartigen Live-Shows haben sich ihre Songs wie „Rio- Reiser-Platz“, „Barbazan“ und „Andere Welt“ dabei mittlerweile zu echten Hymnen etabliert.

Liebe auf Eis

Neues Album, neue Single, neue Tour: »Liebe auf Eis« eröffnet das Il-Civetto-Jahr. Die neue Single erschien am 11. August und ist gleichzeitig der Titelsong des neuen Albums der Berliner Band, das am 15. März 2024 veröffentlicht wird. Im April und Mai 2024 begeben sich Il Civetto dann auf ihre bislang größte Tour, der Vorverkauf startet am 8. September 2023.

Der Titel war plötzlich einfach da: Es war Januar 2023 und Il Civetto trafen sich, um an neuen Songs zu arbeiten. Es entwickelte sich eine inspirierende Session, die alle Mitglieder als die fruchtbarste ihrer bisherigen Geschichte erlebt haben, und bei der von Anfang an diese frühe Songidee von Sänger Leon Keiditsch wie ein gutes Omen über allem schwebte, die nun auch die erste Single aus dem am 15. März 2024 erscheinenden zweiten Album der neuen Il-Civetto-Zeitrechnung sein wird: »Liebe auf Eis«.

Schon immer ging es in der flirrenden Pop-Internationale von Il Civetto um Fernweh, Sehnsucht und das Gefühl, unterwegs zu sein. Die Musik dieser Band imaginiert gleichzeitig den Vibe einer lauen Sommernacht und den Kater danach. Mit ihrem letzten Album »Späti del Sol« hatten sie diesen Möglichkeitsraum bis in die letzten Winkel ausgelotet, mit »Liebe auf Eis« geht die Berliner Band noch einen Schritt weiter.

So kann man den Titel als Symbolbild für alles verstehen, um das es bei dieser Band geht. Euphorie und Melancholie sind bei Il Civetto kein Gegensatzpaar, wo Licht ist, ist auch Schatten. Gesellschaftlich, privat, auf allen Ebenen – darin liegt der besondere Zauber dieser Gruppe von Freunden. Es geht in ihrer Musik darum, Widersprüche auszuhalten, Gräben zu überbrücken, die gesellschaftliche Kälte in polarisierten Zeiten mit Liebe zu überwinden – »Liebe auf Eis«.

In dem herrlich analogen 16mm-Video zu »Liebe auf Eis« stellen Il Civetto ihre Wehmut gegen sommerliche Berlin-Impressionen. Es geht um Unverbindlichkeit und Anonymität in der Großstadt, »Schöne Welt, rosarote Brille«, singt Keiditsch, »Sehnsucht hinter Fassaden, wenn ich durch die Stadt streif / Zwischen Capri Sonne und Highlife.« Es ist eine unerträgliche Leichtigkeit des Seins.

Support: Ami Warning

Wie kurz vorm Ende der Welt wir stehen, wissen wir nicht. Das zeitweise Gefühl, dass es noch nie so schlimm war – egal, ob im Privaten oder gesellschaftlich – das kennen aber wohl die meisten. Und manchmal braucht es genau diese Weltuntergangsstimmung, um die Perspektive zu wechseln – denn kurz vorm Ende der Welt sehen wir klarer. Ohne Schmerz kein Glück. Und ohne Mut keine Kunst.

Ami ist gesprungen ohne zu wissen, wo sie landen würde. Nach vorne und gleichzeitig zurück an den Anfang – dahin, wo die Sehnsucht zu Hause ist, dahin, wo der Moment mehr zählt als die Zukunft, dahin, wo die eigene Intuition der wichtigste Antreiber ist.

“Kurz vorm Ende der Welt” ist kein klassisches viertes Album geworden. Es ist ein Mixtape. In Eigenregie aus dem Bauch heraus entstanden – dieses Mal ohne Studio, ohne ProduzentInnen, ohne Erfolgsdruck, ohne doppelten Boden. Ihre langsam groovenden Beats erinnern an die Golden Era des 90ies-HipHop. Die reduzierten und ungeschliffenen Instrumentals lassen auch Reggae und Latin durchschimmern. Vor allem aber lassen sie Platz für Amis große Stimme, die alleine schon soviel erzählt – weich und unerschütterlich gleichzeitig.

Gerade weil Ami diese acht Songs erstmal ganz für sich selbst geschrieben hat, lässt uns die 26-jährige Münchnerin mit “Kurz vorm Ende der Welt” als Künstlerin näher an sich heran als je zuvor. Und wer sich von ihnen berühren lässt, kommt bestimmt auch sich selbst ein bisschen näher – denn in ihren Texten macht sich Ami immer auf die Suche nach dem Wesentlichen, dem, was das Leben ausmacht.

Es geht ums Erwachsenwerden und darum, wie schwierig es manchmal ist, in unserer Welt den kindlichen Enthusiasmus zu behalten (“Blaue Augen”). Es geht ums Mutigsein (“Jetzt”), ums Lebendigsein (“Schöne Stunden”), ums Loslassen (“Kurz vorm Ende der Welt”). Es geht um Selbstbestimmung und das Gegen-den-Strom-Schwimmen (“Hallo Kinder”). Um den stärksten Menschen in Amis Leben, ihren Vater Wally Warning, der immer noch mit den Folgen einer schweren Krankheit kämpft – und gegen die sich Ami so oft einen Zauberspruch wünscht (“Simsalabim”). Es geht um schwierige Zeiten (“Es ist wie es ist”) und immer wieder auch um die Frage, was danach kommt – nach dem Ende der Welt (“Dort”). Ami zeigt uns: “Kurz vorm Ende der Welt” ist immer auch Platz für Hoffnung. Und ein Mixtape voller Momentaufnahmen für die Ewigkeit.

Text: Kaline Thyroff